Date mit Zons - ein paar Stunden Rhein und Mittelalter

Ein freier Nachmittag. Besuch von einem Frollegen (Kollege und Freund) aus Hamburg. Kurz überlegt, Kaffee, quatschen - klar gesetzt! Verbunden mit einem date with places am liebsten. Eifel? Bergisches? Zons. In Köln ins Auto gehüpft, knappe halbe Stunde Fahrt Richtung Düsseldorf. An der A57 bei Dormagen liegt die alte Zollfeste Zons. Da kann man gut ein paar Stunden verbringen, sich am Rhein den Herbstwind um die Nase wehen lassen und durch den kleinen Ortskern schlendern und Mittelalter einatmen.

Ich wollte an dem Tag einfach ein bisschen raus, Augen schweifen lassen nach zuviel in den Rechner-Gucken. Was anderes sehen, gemütlich essen und Kaffee trinken, kurz den Kopf durchpusten und von der Arbeit freikriegen. Und Themenstau mit Dominik abarbeiten. :) Dominik ist auch Medien- und Radiomensch, daher kennen wir uns.  Das ist der Kollegenteil. Der Freundeteil kam, nachdem wir beide mal raus sind. Raus aus Job und Alltag, rein ins Abenteuer und auf Reisen. Seitdem haben wir viiiiel Text. :) Die Fragen und Zweifel davor, das Wiedereinfinden danach. Sachen sehen und erleben, in Worte und Bilder fassen und teilen wollen. Letzteres war vielleicht schon immer so, glaube aber, eine Zeit in der Fremde verstärkt das noch. Bei mir war's ein Jahr Kanada, Dominik hat mit seiner Freundin Claudia eine Weltreise gemacht. Weltreize, genauer gesagt. So heißt ihr Blog und der ist wirklich toll! Viele tolle Orte, super geschrieben und die beiden machen großartige Fotos. Sei an dieser Stelle unbedingt empfohlen! :) Über einzelne Reisen sprechen wir lustigerweise gar nicht sooo viel, teilen aber dieses unkomplizierte sich spontan begeistern können für z.B. "wir fahren irgendwo Kaffee trinken, wo wir noch nicht waren und sehen was neues". Heute also: Zons.

Zons ist das erste mal Mitte des siebten Jahrhunderts urkundlich erwähnt worden, der Bau der Stadtmauer hat wohl um 13oo angefangen. Und natürlich hat da wieder ein Kölner Erzbischof mit irgendwelchen Adeligen Villen und Landrechte hin- und hergeschenkt. Ach, man könnte hier ganz viel spannendes sehen, lesen und lernen. Aber zum Kopf durchpusten ist ins Grüne gucken viel besser. Ortskunde wird also vertagt. Was mich ganz simpel ganz froh macht: wenn jemand mit unterwegs ist, der genauso gerne Fotos macht, Licht sieht, Weite, ein besonderes Detail oder einfach einen Regentropfen, der auf einem Grashalm in der Sonne glitzert. Und die Ecke ist toll für einen Fotospaziergang!

Tadaah! das Zirkus-Mäh von Zons :)
Tadaah! das Zirkus-Mäh von Zons :)

Mit mein Favorit beim Zons-Ausflug: das Zirkusschaf! :)) Und das hat mit seinen Kollegen eine wichtige Aufgabe! Mähen. Also mäh machen auch,  aber vor allem das Gras "zurückschneiden". Damit auf dem Deich von Zons keine schweren Maschinen eingesetzt werden müssen. Gab vergangenes Jahr 2016 einen Test, ob das mit Schafen funktioniert, die Rheinische Post hatte einen Artikel dazu veröffentlicht. Und das ist beste traditionelle Instandhaltung! Zum einen treten die Schafe den Boden fest, vertreiben damit auch kleine Nagetiere, die sonst den Deichboden aufwühlen und zum anderen sorgen sie dafür, dass Gräser und Wiesen nicht alles überwuchern. So laienhaft zusammengefasst. Und ganz offensichtlich haben die Schafe auch noch Zeit, kleine Aufführungen für Laufkundschaft einzustudieren...

Kopfsteinpflaster, Fachwerk, Holzfensterläden, alte Gemäuer an denen Weintrauben hochklettern, Wiesen, Schafe, Fischreiher, Sandbuchten, Schiffe und der Rhein. Rad- und Spazierweg auf dem Deich und eine Autofähre über den Rhein nach Düsseldorf gibt's auch. Im Ortskern von Zons findet ihr gemütliche Restaurants, hatten an dem Nachmittag leider noch zu. Eine Freilichtbühne gibt's, ein Museum und -wenn ihr euch genauer über einzelne Bauwerke oder Touren informieren möchtet- eine Touristeninfo. Viel Spaß!

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